Forschung

Das IQH konzipiert und verwirklicht praxisnahe Forschung mit dem Ziel, Erkenntnisse zu generieren, die zu Innovation und hoher Qualität in der häuslichen Versorgung alter, kranker und behinderter Menschen beitragen. Hierbei baut das IQH u.a. auf Projekten von Vorgänger- und Partnerinstitutionen an der BAGSS auf.

Aktuelle Forschungsprojekte

Forschungsprojekt: Fairness und Autonomie in Beschäftigungsverhältnissen der häuslichen Betreuung und Pflege alter und kranker Menschen

Beteiligte Wissenschaftler: Prof. Dr. Arne Petermann, Prof. Dr. Jürgen Stenger, B.A. Michael Paul und MSc Tobias Ebbing in Zusammenarbeit Prof. Dr. Marek Benio von der Universität Krakau, Polen, und Prof. Dr. Städler-Mach von der Evangelischen Hochschule Nürnberg, cand BA Sandra Lühl, cand BA Henrdik Born, cand BA Phillip Stoll sowie ausgewählten Studierenden des Studienganges Management in Organisationen des Gesundheitswesens an der BAGSS.

Projektstart: Februar 2018

geplanter Projektabschluss: Phase 1: März 2020, Phase 2: Juli 2021

Ziel der Studie ist es, mittels einer großzahligen quantitativen Datenerhebung Informationen über den Grad der von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern wahrgenommenen Fairness zu erhalten, die in der ambulanten Betreuung und Pflege alter und kranker Menschen in Deutschland tätig sind. Ein besonderer Fokus wird auf die Mitarbeiterinnern und Mitarbeiter in ambulanten Pflegediensten sowie migrantische Pflege- und Betreuungskräfte in der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (sogenannte Live-ins) gelegt, da diese Berufsgruppen den überwiegenden Teil Ihrer Arbeitszeit auf die Betreuung und Pflege von hilfsbedürftigen in deren häuslichem Umfeld verwenden. Die Studie wird vom Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP) mit Drittmitteln unterstützt.
Zur Messung von Fairness in Beschäftigungsverhältnissen soll das 4-dimensionale Modell von Colquitt et al. 2001 bzw. Maier et al 2007 zur empirischen Erfassung organisationaler Gerechtigkeit zum Einsatz kommen. Hierbei ist geplant, empirisch quantitativ in großer Zahl Daten bei drei Zielgruppen zu erheben:
(1.) Pflegfachkräfte
und (2.) Pflegehilfskräfte zu befragen, die bei ambulanten Pflegediensten beschäftigt sind.
Befragt werden außerdem (3.) selbstständig und unselbstständig tätige Betreuungspersonen, die überwiegend aus Zentral- und Osteuropa stammen und vorübergehend im Haushalt der Pflegebedürftigen leben um Dienstleistungen der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft zu erbringen (sogenannte „live-in’s“).

Die Studie wird in Kooperation mit einer Vielzahl ambulanter Pflegedienste und dem Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP) durchgeführt. Der VHBP ist der größte Verband für Dienstleister und Vermittlungsunternehmen für die Betreuung in häuslicher Gemeinschaft in Deutschland.

Ergebnisse und Publikationen – erste Ergebnisse sind bereits publiziert:

Petermann, A., Jolly, G., Schrader, K. (2020): Fairness und Autonomie für Betreuungspersonen in häuslicher Gemeinshaft – Ergebnisse einer empirischen Studie, in: Städtler-Mach, B., Ignatzi, H. (Hrsg.): Grauer Pflegemarkt. 24-Stunden-Unterstützung durch osteuropäische Betreungskräfte, Göttingen, S.99-121. (link zum Volltext-download)

Die Publikation der vollständigen Studienergebnisse soll in Q2/2021 vorliegen.

Forschungsprojekt: Entwicklung eines Erhebungsinstruments und zur Durchführung  einer Primärdatenerhebung zur Messung der tatsächlich aufgewendeten Arbeitszeit von Mitarbeitern ambulanter Pflegedienste bei im häuslichem Umfeld erbrachten SGB V und SGB XI Einzel- sowie Kombileistungen im Saarland

Beteiligte Wissenschaftler: Prof. Dr. Arne Petermann, B.A. Franziska Zwiebler sowie ausgewählten Studierenden des Studienganges Management in Organisationen des Gesundheitswesens an der BAGSS.

Projektstart: Oktober 2019

geplanter Projektabschluss: Q1/2021

Die Zielsetzung des Forschungsprojektes ist es, ein quantitatives Erhebungsinstrument zu entwickeln, zu testen und im Rahmen einer großzahligen Primärdatenerhebung zum Einsatz zu bringen, um den tatsächlich entstehenden Arbeitszeitaufwand der Mitarbeiter in der ambulanten Pflege nach Leistungen und bei Kombinationsleistungen zu erfassen. Das Erhebungsinstrument soll in einer repräsentativen empirischen Erhebung zum Einsatz gebracht werden. Ziel ist die sachgerechte Messung des tatsächlichen Personalaufwandes ambulant erbrachter SGB V Leistungen sowie SGB V – SGB XI Kombileistungen.

Die Studie wird in Kooperation mit der Saarländischen Pflegegesellschaft (SPG) durchgeführt, die das Forschungsprojekt mit Drittmitteln finanziert, sowie in Kooperation mit allen großen gemeinnützigen und privaten Trägern der ambulanten Pflege im Saarland.

Projektphase 1 (Konzeption des Erhebungsinstrumentes): In Zusammenarbeit mit Mitgliedern der SPG werden die relevanten zu messenden Leistungskomplexe der SGB V und SGB XI Leistungen, sowie eine Auswahl relevanter Kombileistungen ermittelt. Es werden Hypothesen in Bezug auf positive oder negative Synergieeffekte aufgestellt, die sich bei bestimmten Leistungskombinationen einstellen könnten, um diese dann empirisch zu untersuchen. Hierbei ist das Ziel, die relevantesten Synergien (bzw. im negativen Fall den Mehraufwand, der durch die Kombination von Leistungen in der Realität tatsächlich entsteht) nachvollziehbar und überzeugend zu quantifizieren. Dies bildet die Arbeitsgrundlage für die Entwicklung des Messinstruments, das ausentwickelt und auf seine Effektivität getestet wird.

Projektphase 2 (Datenerhebung): Nach der Entwicklung des Messinstruments wird dieses in Einsatz gebracht, indem wissenschaftliche Projektmitarbeiter ausgewählte Mitarbeiter der ambulanten Pflege begleiten und die erbrachten Leistungskomplexe und den zugehörigen Arbeitsaufwand erfassen. Um die Aussagekraft und Übertragbarkeit der Ergebnisse der Stichprobenerhebung auf das ganze Saarland überzeugend argumentieren zu können, wird bei der Erhebung die Repräsentativität der Stichprobe nach wissenschaftlichen Kriterien sichergestellt.

Projektphase 3 (Datenanalyse und Ergebnisdarstellung): Die auf diese Weise erhobenen Daten werden zusammengefasst und übersichtlich dargestellt um den tatsächlich gemessenen Arbeitszeiteinsatz je Leistungskomplex deskriptiv auszuweisen. Die vorher festgelegten Kombileistungen werden auf Synergien bzw. Mehraufwand untersucht und das Ergebnis ausgewiesen. Der Wahrheitsgehalt der Hypothesen wird anhand der empirischen Ergebnisse beurteilt und ausgewiesen. Das Ergebnis soll sowohl dem Fortschritt der wissenschaftlichen Erkenntnisse in der häuslichen Versorgung  dienen als auch geeignet sein, Grundlage für weitere praktische Überlegungen und Empfehlungen insb. in Bezug auf eine zukünftig notwendige aufwandsbezogene Vergütungsstruktur für die untersuchten Leistungen zu ermöglichen.

Ergebnisse und Publikationen: geplant in Q2/2021

abgeschlossene Forschungsprojekte

Das Tätigkeitsprofil der Betreuungsperson häuslicher Gemeinschaft: Eine empirische Studie

Beteiligte Wissenschaftler: Prof. Dr. Arne Petermann, Michael Paul, MSc Tobias Ebbing und Dr. Nadine Adrian in Zusammenarbeit mit Dr. Marek Benio von der Universität Krakau, Polen, und ausgewählten Studierenden des Studienganges Management in Organisationen des Gesundheitswesens an der BAGSS.

Projektstart: Mai 2016

Projektabschluss: Juni 2017

Ziel der Studie ist es, mittels einer großzahligen quantitativen Datenerhebung das Tätigkeitsprofil der Betreuungspersonen in häuslicher Gemeinschaft zu beschreiben und Informationen über Inhalte der Tätigkeit, Arbeitszeit und Vergütung zu erheben. Die Auswertung der erhobenen Daten sollen vor allem zur Beschreibung des Tätigkeitsprofils der Betreuungsperson in häuslicher Gemeinschaft beitragen.

Ergebnisse und Publikationen: Forschungsbericht BihG-Studie im Volltext.

Die Zukunft der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft (kurz: VHBP-Studie)

Beteiligte Wissenschaftler des IQM: Prof. Dr. Arne Petermann und Dorothee Engelhorn van Mierlo in Zusammenarbeit mit ausgewählten Studierenden des Studienganges Management in Organisationen des Gesundheitswesens an der BAGSS.

Projektstart: Mai 2015

Projektabschluss: Januar 2016

Ziel der Studie ist es, mittels einer großzahligen quantitativen Datenerhebung zentrale Zukunftsfragen im zweiten Gesundheitsmarkt zu eruieren, insb. im Markt der häuslichen Pflege und Betreuung in Deutschland durch ausländisches Betreuungspersonal (sogenannte 24-Stunden-Betreuung). Die Studie ist beauftragt vom Verband für häusliche Betreuung und Pflege e.V. (VHBP). Zwei Forschungsteams werden im Rahmen der Studie die folgenden Forschungsfragen untersuchen:

  1. Was sind die drängendsten Themen und Herausforderungen für die Unternehmen der Branche für die nächsten drei Jahre?
  2. Wie sollten Inhalte und Umfang von Weiterbildungskursen für Betreuungskräfte gestaltet sein, die der VHBP zukünftig anbieten könnte?

Ergebnisse und Publikationen: Petermann, A., Ehl, A., Speicher, A., Rütters, M., Paul, M., Niegisch, J., Flade, D.: Zukunftsthemen und Herausforderungen für Unternehmen in der Betreuung in häuslicher Gemeinschaft, Saarbrücken